Teil 2 der Karriere von Pero Skoric

Die Pero Skoric-Story, Teil 2: Der Wimpeltausch mit Martin Schneider anno ´87
In Teil eins der großen Story über Pero Skoric ging es unter anderem um seinen größten Triumph: Den WM-Titel 1987 mit Jugoslawien und der U21. Wenige Jahre später wagte der heute 51-Jährige den Sprung nach Deutschland. Dass er dort einen Gegner des WM-Finals von Chile wieder treffen sollte, ist irgendwie purer Zufall gewesen...
 
Die Freundschaft mit Martin Schneider

Der kam 2001 zum Aufsteiger FC 05. Nach langen Bundesligajahren in Nürnberg, Mönchengladbach und zuletzt Duisburg. Leider mit einem Knie, das Profifußball nur noch ein paar Mal ermöglichte. Pero Skoric und Martin Schneider freundeten sich an, plauderten viel. Ehe Martin Schneider irgendwann einmal bedauerte, dass er eine große Chance verpasste. Weil er mal ein Elfmeterschießen eines Endspiels verlor. Grinsend klärte Pero Skoric ihn auf, dass er 1987, also 14 Jahre zuvor, auf der Seite der Sieger stand in Chile. Es gab noch ein Video von diesem Finale. Irgendwann spulten beiden zurück bis vor dem Anpfiff und erkannten, dass sie Wimpel getauscht hatten, bevor es los ging... Die Freundschaft besteht bis heute, auch wenn Martin Schneider inzwischen in Karlstadt lebt und mit dem Fußball abgeschlossen hat.
 

Die Jahre nach Schweinfurt

Mit Martin Schneider, dem 1990/1991er Zweitliga-Schnüdel Claudiu Bozesan oder den Zweitliga-Teamkollegen Dirk Dorbath und Steffen Rögele spielte Pero Skoric danach für den Kurzzeit-Bayernligisten TSV Gerbrunn, danach zusammen mit Heiko Gröger für den ATS Kulmbach, dann auch einmal für den FC Haßfurt, zu dem er mit Müjdat Karagöz wechselte, ohne aber den Abstieg aus der Landesliga noch verhindern zu können. Es folgte die Rückkehr nach Schweinfurt, wo er vor der Übernahme der Euerbacher unter Werner Landgraf noch für die zweite Mannschaft spielte. Und parallel sein berufliches Standbeim in einem Schweinfurter Industriebetrieb aufbaute.

Ullrich und Ul(l)rich

Über "Hofmann und Hofmann" gab es in einer lokalen Zeitung mal eine Story, beide trafen sich beim Termin sogar in einer Eisdiele für ein Himbeereis zum Frühstück (Unwissende dürfen nun googeln...). Peter Hofmann und Norbert Hofmann, der eine Coach des FC Haßfurt und 1990 dritter Torwart der Schweinfurter Schnüdel in der zweiten Bundesliga, der andere Trainer des FC Sand und in Krefeld-Uerdingen mal Bundesliga-Spieler, als es die Grotenburg noch gab. Für Pero Skoric hieß es "Ullrich und Ulrich", denn anfangs des neuen Jahrtausend wechselte er erst zum FC Haßfurt und dessen Trainer Eberhard Ullrich, vorher eine Größe ausgerechnet beim FC Sand und wenige Jahre später tragischer Weise bei einem Skiunfall verstorben. Und bei der Rückkehr nach Schweinfurt trainierte ausgerechnet Rainer Ulrich den FC 05. Mit dem heute 71-Jährigen hatte Pero Skoric bereits zu seiner Karlsruher Zeit zu tun...

Immer wieder Relegation

Als das Interesse damals des VfL Euerbach an ihm bekannt wurde, spielte der Verein gegen den Abstieg aus der Kreisliga. Beim Relegationsmatch in Schraudenbach gegen Gramschatz-Hausen schaute Pero Skoric zu und sagt heute, dass er bei einem Abstieg nicht übernommen hätte. Tat er dann aber - und es dauerte nicht lange, bis der VfL erstmals am Tor der Bezirksliga klopfte. In der Relegation schlug man zunächst in Bergrheinfeld den TSV Unterpleichfeld nach Elfmeterschießen, um danach in Runde zwei in Thulba noch am FC Strahlungen zu scheitertn. Doch als abermals Vizemeister klappte es in Anlauf zwei: Erst der Erfolg in Münnerstadt gegen Herbstadt, dann der entscheidende Schritt in Forst mit dem Sieg über Eltmann. Auch 2014/2015 ging es als Vizemeister hinter Schwebenried-Schwemmelsbach und vor dem FC Fuchsstadt (der den inzwischen SV Euerbach-Kützberg ein Jahr später in die Bezirksliga zurück schoss) über die Relegation in die Landesliga: 1:0 und 8:0 (!) gegen den Würzburger FV 2, dann 2:0 und 1:2 gegen den TuS Röllbach. Auswärts gelang bei Pero Skorics letztem Spiel an der Linie der größte Triumph der Vereinsgeschichte. Dort entstand auch das Bild, auf dem die Spieler den Coach nach oben werfen...

Die Zukunft mit der SG Sömmersdorf

Pero Skoric hofft, dass bald die Corona-Zeit endet und die Mannschaft wieder zusammen auf den Rasen kann. "Ich habe lange überlegt, ob ich nach Sömmersdorf gehe. Aber es war kein Fehler", weiß er längst. Sein Sohn Luka spielt nun auch für die SG, die künftig leider ohne Kapitän Sebastian Schirmer und ohne Fabian Korte (einst auch in Euerbach Spieler unter Pero Skoric) auskommen muss, die beide als Polizisten fern der Heimat beruflich meist auch am Wochenende gebunden sind.

Die vier Jahre Pause

Warum er vier Jahre pausierte: "Das war nach der schönen Zeit in Euerbach so nicht geplant. Angebote gab es zwar viele, aber es hat immer irgendetwas gefehlt. Wenn ich irgendwohin gehe als Trainer, dann möchte ich auch komplett etwas bewegen in einem Verein." Und ob er noch sauer ist auf die Euerbacher, die sich nach dem Aufstieg trotz noch laufendem Vertrag trennten? "Ich habe Stephan Brunner danach noch eimal im Spaß gesagt, in die Bayernliga kommst du nur mit mir!" Ohne ihn stieg Euerbach/Kützberg zunächst freilich erst einmal wieder in die Bezirksliga ab. Was sein Herz erwärmte: Beim Debüt in Sömmersdorf schauten viele Euerbacher zu und begrüßten in wie einen alten Freund. Und das trotz der Rivalität zwischen den beiden Vereinen.

Rückkehr in die Heimat?

"Wenn unsere zwei Kinder in Deutschland bleiben wollen, dann bleiben wir auch", sagt Pero Skoric, der sich aber irgendwann natürlich die Rückkehr in seine Heimat Serbien vorstellen kann. In seiner Geburststadt Novi Sad, die er mit Nürnberg vergleicht, hat er noch eine Wohnung. Und Heimat ist eben Heimat.... In der weilt er öfters. 2017 aber trafen sich die Weltmeister von 1987 zum 30-Jährigen in Belgrad. Fürs Fernsehen wurde zu dem Wiedersehen sogar ein Film gedreht. Einige der einstigen Teamkameraden sollen sich verwundert gezeigt haben, dass Pero Skorics Karriere nicht ganz so verlief wie die manch anderer. "Wer heute mit 20 Jahren U21-Weltmeister ist, kann spielen, wo er will und kostet zehn oder 15 Millionen. Aber das ist meine Laufbahn...Es geht nicht immer nur um das Talent. Man muss auch Glück haben", sagt der heute 51-Jährige.

 

Die Karriere des Pero Skoric

Pero Skoric landete fast in Nürnberg und Valencia

 

2020 war auch für die SG Sömmersdorf/ Obbach/ Geldersheim ein komisches Jahr. Das  Team, in der Fußball-Kreisliga Schweinfurt ist noch nicht endgültig gerettet, konnte nur drei Mal kicken, verlor erst mit 0:8 beim TSV Abtswind 2, ehe dann gegen Nordheim/Sommerach und in Stammheim zwei Siege gelangen. Die Bilanz des neuen Coaches, der frankenweit ein Begriff ist, ist dann also doch noch positiv.

 

Von "anpfiff"

 

 


Ende 2019 bereits hatte Pero Skoric von Dominik Barth übernommen. Und schon im alten Jahr gewann das Team drei der vier Partien. Der 51-Jährige meldete sich also recht eindrucksvoll zurück nach einer fast vierjährigen Pause. Der mit der Familie in Niederwerrn sesshaft gewordene Serbe, geboren in Novi Sad, hatte wohl doch länger als gedacht sein Aus zuvor bei einem Dorfverein zu verdauen, den er sensationell von der Kreisliga in die Landesliga führte. Oder?


Beim SV Euerbach/ Kützberg, vormals VfL Euerbach, musste Pero Skoric trotz Aufstieg und laufendem Vertrag 2015 gehen. Jochen Seuling übernahm von ihm. Doch auch der war schnell Vergangenheit. Unter Carsten Weiß stieg die Mannschaft ziemlich sang- und klanglos wieder ab, danach allerdings direkt wieder auf.

 

 

Längst wurde er in Niederwerrn sesshaft

Dreieinhalb Kilometer von Euerbach entfernt liegt Sömmersdorf - und dort hat der mit der Familie in Niederwerrn sesshaft gewordene Pero Skoric eine neue sportliche Heimat gefunden. Und kann einiges erzählen. Nicht nur über Euerbach und das Aus nach dem Landesliga-Aufstieg. Sondern vor allem über seine aktive Zeit als Fußballer. 1987 wurde er Weltmeister, in Deutschland landete er statt in Nürnberg in Bamberg. In Karlsruhe war er beim 7:0 gegen Valencia überzähliger Ausländer, hätte dann nach Valencia gehen können, was irgendwie nicht klappte.

In frühen Jahren schlug er gut eine Million Dollar in Chile aus, später klappte es doch noch mit dem Profifußball unter lauter Franken. Eher Stationen in Gerbrunn, Kulmbach oder Haßfurt folgten, danach die Reservemannschaft in Schweinfurt, der Einstieg ins Berufsleben, der gefundene Spaß am Trainerjob und ein Wiedersehen mit den Weltmeistern 2017 in Belgrad. Eine wilde Reise durch Pero Skorics Leben mit folgenden Stationen und Erlebnissen.
 

Der Oktober 1987

U21-WM in Chile, Jugoslawien wirft erst die DDR um Matthias Sammer im Halbfinale raus, um dann im Endspiel gegen Deutschland um Trainer Berti Vogts und Andreas Möller zu gewinnen. Nach Elfmeterschießen. In Santiago de Chile spielt beim Weltmeister neben Zvonimir Boban, Robert Prosinecki, Predrag Mijatovic, Tomislav Piplica oder Davor Šuker auch ein gewisser Pero Skoric. "Der Präsident von Colo Colo, damals der beste Fußballverein in Chile, hat zu unseren Spielern gesagt: Wer will und wer zu Hause keinen Vertrag hat, darf bleiben! Und er bot uns jährlich 300 000 Dollar und einen Vertrag über drei Jahre an. Damals aber dachten wir, wir kommen als Weltmeister überall in Europa unter. Wenn ich da schon gewusst hätte, dass bei mir im Leben als Fußballer einiges schief läuft...!" Dann hätte Pero Skoric damals vielleicht unterschrieben...

Der Wechsel nach Deutschland

Anfang der 90er Jahre kam Pero Skoric nach Deutschland, machte ein Probetraining beim 1. FC Nürnberg. Das ging zwei Wochen lang und eine Verpflichtung scheiterte weniger an der Ablösesumme an Vojvodina Novi Sad, als viel mehr am damaligen Trainer Willi Entenmann. Nationalspieler Martin Wagner wechselte gerade nach Kaiserslautern, der Platz auf der linken Seite schien frei für den durchaus überzeugend auftretenden Pero Skoric. "Alles war perfekt. Die Leute haben gesagt: Du unterschreibst!" Doch kurz vorher muss sich Willi Entenmann an Vlado Kasalo erinnert haben, der zuvor mal zwei kuriose Eigentore erzielte. Der Kroate, später für sein Heimatland im Jugoslawien-Krieg kämpfend, wurde damals mit abgemachten Wetten in Verbindung gebracht und suspendiert. Jedenfalls scherte der Trainer alle Jugoslawen über einen Kamm und hatte Bammel, drohte mit seinem Rücktritt, wenn Pero Skoric geholt wird. Der landete dafür dann trotzdem in Franken.

September 1992 gegen Eintracht Frankfurt

Der SC 08 Bamberg erreichte im Jahr zuvor durch einen Sieg in der zweiten Runde gegen Saarbrücken (während parallel Bayern München zuhause gegen Homburg verlor) und das glatte 4:0 gegen Havelse das Achtelfinale des DFB-Pokals, in dem man vor voller Hütte mit 0:1 gegen Kaiserslautern verlor. Ein Jahr später das 1:3 in Runde zwei gegen Eintracht Frankfurt mit 10.000 Fans im heutigen Fuchs-Park, mit zwei Toren von Anthony Yeboah, aber dem 1:0 des damaligen Bayernligisten: Pero Skoric traf gegen Keeper Uli Stein.

"Das war schon damals für uns etwas Besonderes! Die Frankfurter hatten ihre erste Elf aus der Bundesliga aufgeboten. Natürlich hat mich mein Tor gefreut. Wir haben alles versucht, aber es hat nicht geklappt. Vor allem hat mich gefreut, dass ich gegen Trainer Dragoslav Stepanovic getroffen habe, meinen Landsmann, der später öfter mal nach Schweinfurt kam zu Djuradj Vasic. Wir haben dann nochmal über dieses Tor gesprochen und Spaß gemacht. Wir hatten damals mit Bamberg schon auch eine Top-Mannschaft."

Warum er überhaupt für Bamberg spielte? "Ich hatte damals die Wahl, entweder nach Serbien zurückzugehen. Da war aber Krieg!" Oder aber er nimmt für eine Aufenthaltsgenehmigung an, was kommt. "Ich wollte in die Bundesliga, aber sicher nicht zum SC 08 Bamberg..." Und er weiß: "Wenn es einmal nach unten gegangen ist, dann schwer, wieder nach oben zu kommen!"

 

Bundesliga und der Euro Eddy

Das mit der Bundesliga klappte dann freilich doch noch - oder eben irgendwie nicht. Damals durften maximal drei Ausländer spielen - und Pero Skoric war beim Karlsruher SC 1993/1994 der vierte neben Srecko Bogdan, Slaven Bilic und Sergey Kiryakov. Und daher verzichtbar. Das legendäre 7:0 gegen Valencia (Stichwort: Euro Eddy) erlebte er von der Tribüne, stand immerhin einmal mit Oliver Kahn auf einem (Trainings-)Platz und durfte in Valencia mit dabei sein. Dort traf er sich mit Predrag Mijatovic, dem Mit-Weltmeister von 1987, in einem Hotel. Am Nebentisch saß der Präsident, der fragte, wer er sei. Das "Warum kommt der nicht zu uns?" brachte eine schnelle Antwort: Weil Predrag Mijatovic später zu Real Madrid wechselte, weil Pero Skoric vielleicht auch beim KSC auf den Durchbruch hoffte, wo irgendwann andere Ausländer gingen und man ihm vielleicht einen Vertrag angeboten hätte. Wie auch ein UEFA-Cup-Teilnehmer aus Portugal in diesen Jahren, der sich interessiert zeigte, der Pero Skoric aber einfach nicht erreichen konnte, weil der bei seinem Onkel in Frankfurt weilte - und Handys gab es halt damals noch nicht. Als man ihn kontaktierte und das Interesse mitteilte, war die Wechselfrist jeweils bereits abgelaufen... Und in Sachen Karlsruhe hatte er sich bereits anders orientiert, als der KSC über einen Dreijahres-Vertrag nachdachte.

Fränkische Jahre

Es folgten einige fränkische Jahre mit zunächst der Spvgg Bayreuth an der Seite von Keeper Michael Hofmann oder dem späteren Schweinfurter Stevan Popov oder dem früheren Schnüdel Aleksandar Abutovic und danach die Glanzzeit beim SC Weismain mit Josef Zinnbauer, Oliver Kröner, Gerd und Fred Klaus sowie den späteren Teamkollegen Heiko Gröger, Christian Tremel, Dieter Wirsching oder dem leider bereits verstorbenen Marius Todericiu. Pero Skoric und seine Frau wohnten auch während des Weismain-Gastspiels in Bayreuth, wohin man ihn einst zu einem Treffen der Legenden einlud.

Und dann kam Schweinfurt 05

Der ebenfalls aus Novi Sad stammende Trainer Djuradj Vasic holte Pero Skoric zum 1. FC Schweinfurt 05, damals Regionalligist und später der Verein, bei dem der Weltmeister von 1987 14 Jahre später seine Bundesliga-Träume doch noch verwirklichen konnte. Zumindest in Liga zwei. "Djuradj Vasic wollte mich unbedingt haben", weiß er heute noch. Pero Skoric weiß auch, dass man eigentlich nur dann Erfolg haben kann, wenn man - wie die Jugend-Nationalmannschaft Jugoslawiens acht Jahre lang bis zum WM-Triumph - ganz lange zusammen ist und zusammen wächst. Bei den Schnüdeln wurde Pero Skoric neben acht echten Franken zum irgendwie neunten. Gemeinsam ging es in die Zweite Bundesliga. Noch im Spätherbst stand der FC 05 im Mittelfeld. Ehe die Fußballgötter der Fans Platz machen musste für nachverpflichtete Legionäre. Unter denen ging gar nichts mehr. Man stieg sang- und klanglos wieder ab. Was vielleicht auch am verletzungsbedingten frühen Aus eines Topstars lag: Martin Schneider.

Teil 2 folgt ....
 

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